Jeder trauert anders

Phase 1: Trauer nicht wahrhaben wollen

Wir wollen es nicht wahrhaben - wir wollen es verleugnen, dass ein lieber Mensch gestorben ist. Wir stehen unter Schock und bewegen uns wie in Trance. Viele Menschen sind wie erstarrt. Der Schock sitzt tief. Diese Phase kann wenige Stunden bis - vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen - mehrere Wochen dauern.

Phase 2: Aufbrechende Gefühle:

Der Schmerz und die Verzweiflung haben uns voll erreicht. Wir werden von Gefühlsschwankungen heimgesucht. Wir können es uns nicht vorstellen jemals wieder glücklich zu werden. Wir reagieren gereizt und beneiden andere Menschen. All diese Gefühle sollten nicht unterdrückt werden, ansonsten führen sie nicht selten zu Depressionen und Schwermut. Dieses ist die schlimmste und zugleich auch schmerzlichste Phase in der Trauerbewältigung. Diese Phase kann ein paar Wochen aber auch mehrere Monate dauern.

Phase 3: Die langsame Neuorientierung

Langsam beginnen wir uns wieder neu nach außen zu orientieren. Zeitweise können wir wieder nach vorne schauen, und uns auch an etwas erfreuen. Starke Stimmungsschwankungen können aber immer noch auftreten. Unser Körper findet langsam sein Gleichgewicht. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

Phase 4: Das neue Gleichgewicht

Wir sind zu einem neuen seelischen und auch körperlichen Gleichgewicht gelangt. Allmählich kehrt Ruhe und Frieden in unsere Seele zurück. Wir werden den Verstorbenen nie ersetzen oder gar vergessen können, aber wir lenken unseren Blick auf das, was wir jetzt im Leben haben können.

Jeder trauert anders