Jeder trauert anders

Nachfolgend unsere Berichte in "Oststeinbek Aktuell" aus dem Jaahr 2010

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Dezember 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Nun neigt sich das Jahr 2010 bald dem Ende zu. Wir, vom Verein „Jeder trauert anders e.V.“,  haben seit unserer Gründung im März 2010 schon vielen trauernden Menschen helfen können, indem wir ihnen Adressen und Informationen vermittelten, oder uns einfach nur am Telefon die Sorgen der Hilfesuchenden angehört haben. Außerdem haben wir durch Organisation von Vorträgen interessierten Bürgern wichtige Tipps geben können. Unser Vortrag zu dem Thema „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ stieß auf große Resonanz. Herr Wolfhard F. Klatt berichtete aus seinem großen Erfahrungsschatz als Vorsorgeanwalt. Auch bei dem Vortrag über „Finanzielle Absicherung für den Sterbefall“ den der Vorsorgemakler Hendrik Maier angeboten hat, konnten alle Fragen beantwortet werden. Natürlich werden wir  auch 2011 wieder Vorträge anbieten. Da der Bedarf an Informationen über Patientenverfügung und Co. sehr groß ist, wird Herr Klatt einen weiteren Informationsabend in ähnlicher Form anbieten. Termine und Themen weiterer Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den nächsten Ausgaben von Oststeinbek Aktuell, oder schauen Sie auf unsere Homepage.

Falls Sie unseren Verein unterstützen möchten, freuen wir uns Sie als Mitglied bei uns begrüßen zu dürfen. Bei Interesse schicken wir Ihnen gern unser Aufnahmeformular zu.

 

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, Zeit zur Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge  sowie ein sorgenfreies Jahr 2011.

 

 

Zum Schluss ein etwas anderes Weihnachtsgedicht:

Wann fängt Weihnachten an?

 

Wenn der Schwache --- dem Starken die Schwäche vergibt,

wenn der Starke --- die Kräfte des Schwachen liebt,

wenn der Habewas --- mit dem Habenichts teilt,

wenn der Laute --- bei dem Stummen verweilt

und begreift, --- was der Stumme ihm sagen will,

wenn der Leise laut wird --- und das Laute still,

wenn der Bedeutungsvolle --- bedeutungslos,

das scheinbar Unwichtige --- wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkeln --- ein winziges Licht

Geborgenheit --- helles Licht verspricht,

und du zögerst nicht, --- sondern du gehst,

so wie du bist, --- darauf zu,

dann, ---

ja, dann fängt Weihnachten an.

R. Krenzer.

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November 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn wir an den Monat November denken, tun wir dieses oft mit einem etwas negativen Gefühl. Im November ist es dunkel und nasskalt, häufig fegen unangenehme Herbststürme durch die Lande, es ist morgens oft nebelig und ungemütlich.

Wen wundert es da, dass der Monat November auch den Beinamen „Nebelmonat“ hat. Auch „Totenmonat“ hört man oft, da in diesem Monat viele Trauertage sind.

Der November ist bei uns der Monat der Erinnerung an Verstorbene und an unseren eigenen Tod. Allerheiligen, Allerseelen, Tag des heiligen Martin, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Ewigkeitssonntag (im Volksmund auch Totensonntag genannt) sind offiziell in Kalendern eingetragen. Fast jeder fühlt das trüb-neblige Herbstende als Abschied vom warmen Sommer hin zum still-kühlen, farblos-weißen Winter.

Wer um einen geliebten Menschen trauert, hat es in dieser Jahreszeit manchmal besonders schwer. Zuversicht und Hoffnung sind jetzt oftmals gering.

Was kann man also tun, wenn die Hoffnung fehlt? Wie bewahrt man sich seine Hoffnung?

Einige kleine Tipps haben wir nachfolgend einmal aufgezeichnet.

1. Sprechen Sie sich selbst Mut zu. Wenn Ihnen keine positiven oder mutmachenden Gedanken einfallen, dann überlegen Sie sich, was Sie zu anderen Menschen in gleicher Situation sagen würden.

 

2. Rufen Sie sich positive Erfahrungen aus der Vergangenheit in Erinnerung. Welche Situationen haben Sie schon gemeistert? Was ist schon alles gut verlaufen? Wann sah die Situation in der Vergangenheit schon mal aussichtslos aus und es hat sich eine Lösung ergeben?

3. Suchen Sie nach Menschen, denen bereits eine Lösung in dieser Situation gelungen ist. Machen Sie sich deren Erfahrungen zunutze. Setzen Sie deren Lösungsstrategien ein.

4. Meiden Sie Menschen, die dazu neigen, schwarz zu sehen und die Situation zu dramatisieren.


5. Machen Sie sich hoffnungsvolle Gedanken wie etwa: „Was auch immer auf mich zukommt, es wird eine Lösung geben. Ich tue alles, was in meinen Kräften steht“.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die Glauben und Hoffnung haben, schneller gesund werden. Sie genesen und sie bewältigen ihre Trauer schneller. Dabei ist unter dem Glauben nicht (nur) der religiöse Glaube zu verstehen.
Wir wünschen Ihnen, dass es Ihnen gelingt, Ihre inneren Kräfte der Hoffnung wachzurufen und aufrechtzuerhalten.

Jetzt noch ein Hinweis auf unseren nächsten Vortrag:

Es kommt immer häufiger vor, dass die Angehörigen nach einem Sterbefall zusätzlich zur seelischen Belastung und Trauer noch eine weitere Belastung haben - und zwar die finanzielle Sorge um die Kosten für die  Bestattung.

Um noch einmal auf dieses sehr wichtige Thema aufmerksam zu machen, laden wir Sie am Mittwoch,

den 10.November 2010 um 19.30

 

zu einem Vortrag ein.

Wer kann sich den Tod heute noch leisten?

„Verantwortungsvolle Absicherung für die Hinterbliebenen“

 

Veranstaltungsort: Am Langberg 104, 21033 Hamburg-Boberg (Weinhaus an der Bergstraße).

Zum Schluss wieder ein schöner Sinnspruch :

Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die
es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr
da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.

Ernest Hemingway

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Oktober 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer ist vorbei, er scheint in diesem Jahr im Galopp an uns vorbeigegangen zu sein. Der Herbst dagegen ist etwas früh, er färbt schon jetzt die Blätter, als wenn ihm nicht genug Zeit bliebe.

Mit dem Leben ist es ähnlich, kommt der Herbst, beeilt man sich zu leben. Warum tun wir uns so schwer mit dem Alter? Meist hängt das damit zusammen, dass wir ein negatives Bild vom Alter haben. Wir verknüpfen Altsein mit mangelnder Mobilität, Vergesslichkeit oder sogar Schmerzen.

Auch der Verlust eines geliebten Menschen kann uns Angst machen vor dem Alter. Angst davor auf einmal ganz auf sich selbst gestellt zu sein. Ohne den vertrauten Partner sieht die Welt ganz anders aus. Manchen fehlt besonders schmerzlich der vertraute Begleiter auf allen Wegen, bei anderen ist es vor allem der Gesprächspartner, mit dem man alles bereden und besprechen konnte. Aber auch die Beziehung zu anderen Menschen kann sich nach dem Tod des Partners ändern. Man ist jetzt häufig alleine unterwegs - eben "allein stehend" - und man wird auch von anderen Menschen anders wahrgenommen.

Aber auch Krankheiten verbinden wir oftmals mit dem Alter. Umso wichtiger ist es eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht zu haben.

Der Deutsche Bundestag hat am 18.06.2009 ein Gesetz zur Verbindlichkeit von Patienten­verfügungen im Zivilrecht (3. Betreuungsänderungsgesetz als Teil des BGB) verankert. Es ist am 1. September 2009 in Kraft getreten.

Danach muss eine Patientenverfügung schriftlich sein. Aber auch der mündlich geäußert Wille ist zu berücksichtigen. Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt nach deutschem Recht eine Person eine andere Person, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen.

Um noch einmal auf dieses sehr wichtige Thema aufmerksam zu machen, laden wir Sie am Mittwoch,

 

den 20. Oktober 2010 um 19.30

 

ein zu einem Vortrag zu diesem interessanten Thema.

Der Rechtsanwalt Herr Wolfhard F. Klatt referiert unter dem Titel:

„Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Co: Sicherheit für alle Fälle“.

Herr Klatt ist Vorsorgeanwalt und Fachanwalt für Erbrecht.

 

Veranstaltungsort: Am Langberg 104, 21033 Hamburg-Boberg (Weinhaus an der Bergstraße).

(Anmeldung erwünscht, aber nicht erforderlich unter Tel.: 040-67380534)

 

Außerdem wird Herr Klatt zu einem späteren Zeitpunkt über das Thema

Erben und Vererben referieren. Den Termin für diese Veranstaltung geben wir zeitnah bekannt. Noch in diesem Jahr werden wir einen Vortragsabend veranstalten zu dem Thema: Sterbe- und Trauerbegleitung. Auch dieser Termin wird von uns rechtzeitig mitgeteilt.

 

Falls Sie auf dem Weg durch Ihre Trauer Unterstützung brauchen, wenden Sie sich gern an uns. Wir vermitteln Ihnen auf Wunsch Adressen von Institutionen die helfen können den schweren Weg der Trauer zu durchleben.

Zum Schluss noch ein schöner Sinnspruch von Rainer Maria Rilke:

Wenn Du an mich denkst,
erinnere Dich an die Stunde,
in welcher Du mich am liebsten hattest.

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September 2011

Liebe Leserinnen und Leser,

wir hoffen, dass Sie den nicht immer sonnenreichen Sommer genießen konnten.

Vielleicht haben Sie mit Ihrer Familie eine Reise unternommen,

vielleicht haben Sie Tagesausflüge an die Ost- oder Nordsee gemacht,

vielleicht waren Sie aber auch in ihrem Garten und haben sich um die Pflanzen gekümmert.

Urlaub… Seele baumeln lassen… Kraft tanken… neue Eindrücke gewinnen…Ausflüge unternehmen, für die im Alltag keine Zeit ist… einfach nur faulenzen und entspannen.

 

Aber macht die Trauer auch Urlaub? Kann man Sonnenstrahlen, Freizeit, kühle Meeresbrisen, bunte Blumen, vergnügte Menschen ertragen oder sich sogar daran erfreuen?

 

Natürlich macht die Trauer um einen geliebten Menschen nicht Pause,- nur weil überall Urlaubszeit ist. Aber vielleicht kann man doch Kraft und Energie tanken, wenn man sieht wie alles grünt und blüht, Eltern mit ihren Kindern am Strand spielen, oder sieht wie die Biergärten gefüllt sind mit fröhlichen Menschen. Sicher fällt es nicht leicht, und Gedanken wie: „Warum kann ich jetzt nicht an deren Stelle sein?“, oder „Wieso sind alle so gut gelaunt, und ich kann es nicht weil ich so traurig bin?“ keimen auf.

Aber es zeigt auch, dass das Leben eben nicht nur aus Trauer besteht. Sicher kann man sich von der Leichtigkeit und Fröhlichkeit anderer Menschen ein kleines bisschen anstecken lassen.

Wenn Sie nur einmal lächeln, weil ein Zitronenfalter auf Ihrer Hand landet, eine Blume wunderbar duftet, ein Kinderlachen so herzerfrischend ehrlich auf einem Spielplatz erklingt -dann profitieren auch Sie von der sogenannten Urlaubszeit.

Ein Lächeln, das Sie daran erinnert, dass die Zeit vor Ihrer Trauer auch voller schöner Momente war, an die man sich gern zurückerinnert. Es dauert sicher eine gewisse Zeit bis man die schönen Seiten des Lebens wieder sieht, und natürlich wird es anders sein, denn es hat sich ja auch vieles verändert - aber es kann wieder schön werden.

 

Falls Sie Unterstützung bei Ihrer Trauerbewältigung benötigen, können wir Ihnen gern Institutionen vermitteln, die Ihnen dabei helfen können. Es muss nicht immer eine Trauergruppe, ein Trauertherapeut oder ein Trauercafé sein. Wie wäre es z.B. mit einem Sportverein, einer Seniorengruppe, einer kleinen Reise /Tagesauflug oder einem Treffen zum Singen oder Karten spielen. Wir haben auch darüber Informationen und Adressen gesammelt, die wir gern an Sie weiterreichen. Rufen Sie uns an. Falls wir nicht persönlich ans Telefon kommen können, sprechen Sie bitte auf unseren Anrufbeantworter. Wir melden und dann bei Ihnen.

 

 

 

Zum Schluss noch ein schöner Sinnspruch von Friedrich Oetinger:

 

„Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;

gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag;

und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.“

Jeder trauert anders